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Bündnis für Menschenwürde und Arbeit

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Stellungnahme zum Erhalt und die Zukunft der Arbeitslosenzentren und Beratungsstellen

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 Schmerz und Aggression

„… Das Schmerzen Aggressionen hervorrufen, ist intuitiv nachvollziehbar. Warum aber rufen auch bedrohte oder verloren gegangene Bindungen Aggressionen hervor?

Neurobiologische Untersuchungen haben im Blick auf den Zusammenhang zwischen sozialer

Zurückweisung und Aggression eine interessante Antwort zutage gefördert: Sozial konstruierte Lebewesen wie der Mensch reagieren auf den Ausschluss aus der Gemeinschaft nahezu identisch wie auf körperlichen Schmerz. Das Gehirn macht zwischen „social pain“ (sozialem Schmerz) und „physical pain“ (körperlichen Schmerz) kaum einen Unterschied. Soziale Isolation wird vom Körper also nicht nur psychisch, sondern auch neurobiologisch als Schmerz erlebt und mit einer messbaren biologischen Stressreaktion beantwortet. Wie schon erwähnt konnte eine Arbeitsgruppe um Naomi Eisenberger mittels funktionaler Kernspintomographie nachweisen, dass soziale Isolation wichtige Teile der neurobiologischen Schmerzzentren des Gehirns aktiviert. (Hervorhebung BMA)

Der Organismus sozial ausgerichteter Lebewesen betrachtet also keineswegs nur ausreichend Nahrung und die Abwesenheit von Körperlichen Schmerz als unabdingbare Voraussetzung seiner biologischen Unversehrtheit. Bindung und soziale Akzeptanz sind - aus biologischer Perspektive! - ebenso unverzichtbar.“8

Vielfach werden die Auswirkungen und der Zusammenhang von Langzeit-Arbeitslosigkeit und (psychischer) Erkrankung nicht wahrgenommen. Soziale Akzeptanz wird den Betroffenen kaum entgegengebracht. Der Sozialraum „Amt“ wird oft als Gängelungsinstanz aber nicht als Ort von Akzeptanz oder gar als Bindungsort erfahren. Im Gegenteil: der von Johann Galtung geprägte Begriff der „Strukturellen Gewalt“ ist oft eher der das Erleben der Betroffenen bestimmende Ausdruck. Ihr Leben wird durch prekäre Lebensverhältnisse, Armut, Fremdbestimmung, Entblößung gegenüber dem Amt und mangelnden Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben bestimmt. Chancen auf Integration in Arbeit und Gesellschaft werden realistisch als sehr begrenzt eingeschätzt – und dann in einer Weise, die von den bestehenden Lebensverhältnissen in der Langzeit-Arbeitslosigkeit wenig abweicht.

Diese Beobachtung bündelt sich angesichts der beschriebenen Problemlagen zumindest teilweise in der Aussage Joachim Bauers: „ Arbeitslose sind in noch stärkerem Ausmaß von psychischen Erkrankungen betroffen als Erwerbstätige, psychische Störungen sind bei Arbeitslosen sogar die häufigste Gesundheitsstörung.“9

Und an anderer Stelle heißt es:

„Arbeitslos zu sein ist für Menschen, die gerne arbeiten würden, eine besonders üble Form der sozialen Ausgrenzung. … Sinnsuche - das Erkennen von Zusammenhängen – gehört zu den biologischen Grundeigenschaften und Grundbedürfnissen des menschlichen Gehirns. Wer fortwährenden schweren Sinnlosigkeitserfahrungen (dazu gehört auch schwere Gewalt)ausgesetzt ist, wird am Ende verrückt...“ 10

8 Ebd. S. 78 f
9 Ebd. S. 74
10 Joachim Bauer – Arbeit / Warum unser Glück von Ihr abhängt und wie sie uns krank macht München 2013 – 1. Aufl. S. 49f

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Zitat (9)

"Der Sinn des Lebens besteht nicht darin ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller."

 

Albert Einstein
Physiker
* 14.03.1879 in Ulm, Württemberg,
Deutsches Reich; † 18.04.1955 in Princeton,
New Jersey

 

Denken Sie immer: daß wir nur eigentlich für uns selbst arbeiten. Kann das jemand in der Folge gefallen oder dienen, so ist es auch gut. Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.

 

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann
Quelle: Goethe, Briefe. An Johann Heinrich Meyer, am 8. Febr. 1796

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