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Arbeitslosenzentrum

Theater-Freikarten und "Heino" im Programm

 

Arbeitslosenzentrum (ALZ) feiert mit 140 Menschen weihnachtlich. Klassische Musik durfte nicht fehlen.

DSC07407Überraschung bei der Weihnachtsfeier des Arbeitslosen- zentrums (ALZ) in der "Villa Leisse", der Kantine des Rheydter Eli-Krankenhauses. Selten wurde so viel gesungen - und ein Quartett trat zu sechst auf. Dass "O, Tannenbaum", "Ihr Kinderlein kommet" oder "Leise rieselt der Schnee" so inbrünstig, ja oftmals leidenschaftlich von vielen der mehr als 140 Gäste gesungen wurde, hing mit der musikalischen Begleitung des bekannten Vitus-Quartetts der Niederrheinischen Sinfoniker zusammen. Immer dann, wenn Raffaele Franchini in die Runde gefragt hatte "Welche Nummer möchten Sie denn jetzt singen?" und ein Wunsch aus dem Plenum geäußert worden war, begann das weihnachtliche Laien-Konzert mit den Musik-Profis. Damit möglichst viele mitmachen konnten, lagen auf den dekorierten Tischen mit Kerzen, Schoko-Niko, Gebäck und verschiedenen Getränken Liedhefte, versehen mit Nummern für die Hits der Weihnachtszeit. Dass beim Singen so manches Tränchen floss, verwunderte nicht. Erstmals gastierte das Quartett bei der ALZ-Feier als Sextett. Zur Verstärkung für das vorangegangene Mini-Konzert mit klassischer Musik und der folgenden Singrunde hatten sich die Künstler Kontrabass- und Trompeten-Verstärkung mitgebracht.

DSC07269Bereits zum 37-mal lud das ALZ-Team zur vorweihnachtlichen Feier. Aus organisatorischen Gründen erhielten die Gäste eine Art Eintrittskarte. Verschiedene Sponsoren machten auch diesmal die beliebte Veranstaltung möglich. So stellte die NEW mobil kostenlos einen Busservice zur Verfügung. Viele kamen so vom ALZ-Standort Lüpertzender Straße 69 zu den Städtischen Kliniken; am Abend ging es dann nach Stadtmitte zurück. Die ältere Dame mit ihrem Enkel war begeistert:
"Es ist immer so schön, man vergisst den Alltag und trifft bekannte Gesichter."
Die Rollstuhlfahrerin nickte:
"Schade, dass es so schnell vorbei ist. Aber ich habe es genossen und zehre noch länger davon." 
DSC07363Kurz und herzlich begrüßte ALZ-Leiter Karl Sasserath die BesucherInnen, darunter die meisten Langzeitarbeitslose. Sein besonderer Dank galt dem Geschäftsführer der Klinik, Horst Imdahl, und seinem Nachfolger, Thorsten Celary. Das "Eli" stellte nicht nur die Räumlichkeiten, sondern servierte auch kostenlos das Festessen mit Dessert. "Ohne die zahlreichen Spender und Unterstützer ist unsere oft schwierige Arbeit gar nicht möglich", betonte er. Entschuldigt hatten sich die Bundestagsabgeordneten Gülistan Yüksel (SPD) und Günter Krings (CDU) sowie CDU-MdL Jochen Klenner. Felix Heinrichs (SPD) und Jörg Buer (FDP) als Vertreter der Politik wurden mit Beifall begrüßt.
DSC07384Mit Kelly Family, Dieter Bohlen, Heino und "O, Tannenbaum" verjazzt und bluesig ging es weiter im unterhaltsamen Programm. Manfred Heinen, zum ersten Mal engagiert, hatte bei seiner "Weihnachtscomedy" die mitsingende, klatschende und lachende Fan-Gemeinde auf seiner Seite. Dietmar Micha war begeistert von der Resonanz. Die Theater-Gemeinde hatte für die Erwerbslosen 35 Theater-Karten kostenfrei zur Verfügung gestellt. 14mal zwei für Paare, acht für Singles waren schnell verlost. Micha, Vorsitzender der Theaterfreunde, agierte als Glücksfee. Und hatte sichtlich Spaß dabei. Die Tickets können zu einer beliebigen Veranstaltung genutzt werden.
Zum Abschluss verkündete Pfarrer Manfred Riethdorf die obligate Weihnachtsbotschaft. Der stets fröhlich daherkommende Priester sagte:
DSC07411"Ihr alle sollt nicht nur überleben, Ihr sollt leben und im Mittelpunkt stehen."
Das wolle Gott für alle Menschen - dabei spiele Hautfarbe und Herkunft "überhaupt keine Rolle". Respekt voreinander sei der "beste Problemlöser".

Denken Sie immer: daß wir nur eigentlich für uns selbst arbeiten. Kann das jemand in der Folge gefallen oder dienen, so ist es auch gut. Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.

 

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann
Quelle: Goethe, Briefe. An Johann Heinrich Meyer, am 8. Febr. 1796

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