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Arbeitslosenzentrum

Ökoroutine - warum nicht?

arbeit wege arbeitslose moenchengladbach 02Von ihm kommen Sätze, die überaus plausibel sind: "Eine Penis-Verlängerung ist klimafreundlicher als ein dicker SUV." Michael Kopatz, Umweltwissenschaftler vom Wuppertaler Klimainstitut, liebt es plastisch-provkant und sagt, was Sache ist. Der Mann mit den "grünen Ambitionen" spricht am Mittwoch, 9. Oktober, im katholischen Haus der Regionen an der Bettrather Straße (MG-Stadtmitte) über seine "Ökoroutine". Mitveranstalter des Abends ist das Gladbacher Arbeitslosenzentrum, ALZ.

Klimawandel, Klimaschutz, CO2-Belastung, schmelzende Gletscher, zunehmend extremer werdende Unwetter, Greta, Fridays for Future, ein halbherziges Klima-Paket der schwarz-roten Bundesregierung - die Medien sind voll davon. Und nicht nur das.

"Wir tun nicht, was wir für richtig halten", sagt Kopatz. Und geisselt Wachstumsgeilheit, subtil-erdrückende Werbung sowie fehlende politische Rahmenbedingungen. Und was ist dann mit Ökoroutine, die verändert, die gut tun, hin und wieder weh tut, die uns aber hilft? Und vor allem der Natur, die wir weltweit täglich in den Würgegriff nehmen. 

Kopatz nennt Beispiele. Rauchen: der Tabak wurde so teuer gemacht, dass heute deutlich weniger geraucht wird. Und kaum noch jemand auf die Barrikaden geht wegen des hohen Preises für eine Schachtel. Beispiel Bauen: 2021 soll es nur noch neue 0-Energie-Häuser geben. Staubsauger: Europaweit gebe es nur noch 800-Watt-Sauger. Daran habe man sich gewöhnt. Und genau das meint Kopatz mit seiner Ökoroutine.

Gewohnheiten, Routine verändern - für eine bessere Natur, für ein besseres Leben.

Würden bei der Landwirtschaft die Standards schrittweise und europaweit angehoben - in 20 Jahren hätten wir nur noch Bio. Und keiner würde es merken, weil es dann alltäglich sei. 

Der Umweltexperte fordert zudem Rahmenbedingungen, die von der Politik kommen müssen. Beispielsweise bei der Automobilität; die Leute - und damit meint er auch die Wirtschaft - seien "dankbar für Rahmenbedingung". Ein Limit zu definieren - beispielsweise beim Tempo auf der Straße - sei machbar wie sinnvoll. 

"Wir sind exzellente Verdrängungskünstler", so Michael Kopatz. Gemeint: Sehr viele reden davon, dass mehr für das Klima getan werde müsse. Und was passiert? Nicht genug, denn wer schränkt sich schon gerne ein?

Aktuell stiegen in der Bundesrepublik die CO2-Emissionen, kritisiert der Experte. Wundern tut ihn das nicht. Beispiel Bauen: Die Wohnungen würden immer größer und damit u.a. der Energieverbrauch.

Kopatz will weitere positive Beispiele nennen - damit Öko zur Routine wird.

Termin: 9. Oktober, 19 h
Ort: Haus der Regionen, Bettrather Straße, Mönchengladbach
Eintritt: 5 Euro; Erwerbslose zahlen nichts
Anmeldung erwünscht: 02161/9804-44 oder online www.forum-mg.de
Veranstalter in Kooperation mit dem katholischen Forum MG und Heinsberg:
Arbeitslosenzentrum MG, Katholikenrat, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Baum e.V.

Denken Sie immer: daß wir nur eigentlich für uns selbst arbeiten. Kann das jemand in der Folge gefallen oder dienen, so ist es auch gut. Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.

 

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann
Quelle: Goethe, Briefe. An Johann Heinrich Meyer, am 8. Febr. 1796

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