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Bezahlbarer Wohnraum

Wohnungsnot auf der Couch

 

Bei einer Demo vor dem "Minto" gab es viel Kritik und zahlreiche Forderungen nach bezahlbaren Mieten

Wir wollen wohen 26.3.19 Brombeis38Emrah Bektas, junger und engagierter Chef der Gewerkschaft DGB, sagt klar, worum es geht.

"Wir und damit alle wollen wohnen zu Mietpreisen, die bezahlbar sind."

In solch großen Neubauprojekten wie beispielsweise der City-Ost/Güterbahnhof (Seestadt mg+) oder auf dem Maria-Hilf-Gelände in MG-Stadtmitte müsse ausreichend öffentlich geförderter Wohnraum angeboten werden. Bislang sieht es hier nicht danach aus. Mieten wie in den neuen Roermonder Höfen - zehn Euro und mehr je Quadratmeter - seien für die allermeisten utopisch, schlicht unbezahlbar.

Bektas ist einer der Akteure einer Protestaktion, die sich gegen den "Horror auf dem Wohnungsmarkt" wendet. Und Vorschläge zu möglichen Lösungen anbietet. Einer lautet: Die Politik soll eine Quote festlegen, die besagt: Baust du auf einer von der Kommune erworbenen Fläche neue Einheiten, muss ein bestimmter Anteil öffentlicher Wohnraum sein. Der ist dann für Leute mit weniger Geld zu stemmen.

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Auf dem Platz vor dem Minto haben die Veranstalter Pavillons mit Infoständen aufgebaut, dazu eine aufblasbare Couch (für Gespräche). Unterschriftslisten liegen aus - mit Forderungen an die Politik nach bezahlbarem Wohnraum. Veranstalter - das sind neben dem DGB auch das Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach und das regionale soziale Bündnis für Menschenwürde und Arbeit. Der Mieterprotest LEG ist ebenfalls vor Ort.

"Die Politik muss da regulierend eingreifen", fordert ein älterer Herr. Eigentlich, sagt er, müsse der Protest mitten auf die Hindenburgstraße, direkt vor das Minto. "Da erreichen sie doch mehr Leute."

Wir wollen wohen 26.3.19 Brombeis 2Doch das wurde nicht erlaubt. Selbst der jetzige (öffentliche) Standort mit den Bronze-Eseln sei erst nach einem Veto des DGB genehmigt worden, beklagt DGB-Vertreter Klaus Churt. Kopfschütteln und deutliche Ablehnung unter den Teilnehmern der Demo erntet ein einkaufsbeladener Rentner, für den die Wohnungsmisere "durch die vielen Flüchtlinge" ausgelöst wurde. Gebetsmühlenartig wiederholt er sein Vokabular - und steht dann irgendwann im Abseits.

Wie besorgniserregend die Situation in Mönchengladbach ist, zeigen diese Zahlen: 2006 standen noch 15 264 Wohnungen in Sozialbindung. Innerhalb von sechs Jahren ist der Bestand um 5270 Wohnungen gesunken. 628 Wohnungen wurden im selben Zeitraum neu gefördert. Auf gelben Plakaten steht das Problem, das es dringend zu lösen gilt:

„Hier fehlen 16 049 bezahlbare Wohnungen.“

Wir wollen wohen 26.3.19 Brombeis4Gladbach ist kein Einzelfall, das wissen auch anwesende Politiker wie Felix Heinrichs, SPD-Fraktionschef. So ist die Demonstration Teil eines bundesweiten Protests mit Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden. Auch Anja Weber, DGB-Vorsitzende NRW, ist in Gladbach dabei. Sie fordert: "Es muss mehr gebaut werden. Vorrang sollten vor allem Gemeinschaften oder Genossenschaften haben, die sich für den sozialen Wohnungsbau engagieren“, sagt Weber.

Der Leiter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ), Karl Sasserath, berichtet aus der Praxis:

Immer häufiger kämen verzweifelte Menschen mit Miet-Problemen ins ALZ, und/oder sie seien von Stromsperren betroffen. Der Grünen-Politiker sagte u.a.:

Dringend notwendig sei die bundesweite Wiederherstellung der Gemeinnützigkeit "öffentlicher" Wohnungsbaugesellschaften wie Kreisbau/GWSG. Der Bestand an dauerhaft belegungs-gebundenen Wohnungen in kommunaler Hand müsse vergrößert werden.

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Fotos: Ulla Brombeis

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Nachruf Alfons Baeumer

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aktueller Bündnisbrief

Cover BB Nov18

Zitat (6)

"Viele Menschen glauben heute nicht mehr an Gott, sondern an die Gesundheit. Was man früher für den lieben Gott tat - Wallfahrten, Fasten - das macht man heute für die Gesundheit. Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr richtig, die leben nur noch vorbeugend - und sterben dann gesund. 

 

Manfred Lütz, Psychiater und Theologe

 

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Dokumentenmappe (PDF) zur Klagemaueraktion 2017
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Pressesplitter

Erschreckende Studie: AfD bei Menschen in der „Unterschicht“ mit weitem Abstand stärkste Partei !

 

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Neuere Studien zeigen, dass Angehörige unterer Statuslagen besonders stark zur AfD neigen und dass sich diese Neigung unter anderem aus materiellen und symbolischen Abwertungserfahrungen ergibt. Kann eine progressivere und glaubhaftere Sozial- und Verteilungspolitik helfen, AfD-Wähler/innen zurückzugewinnen?

 

zum Artikel→ www.herner-sozialforum.de

09.10.2018

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Quelle: Goethe, Briefe. An Johann Heinrich Meyer, am 8. Febr. 1796

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