Veranstaltung

„Krefelder Konsens“ - eine Stadt gestaltet einen sozialen Arbeitsmarkt

 

Umsetzung des neuen Teilhabechancengesetzes in der Kommune

Landkarte Krefeld

Etwa 40 Menschen aus Politik, Institutionen, Verbänden und Gewerkschaften waren zu dieser Gründungsveranstaltung für einen „Krefelder Konsens“ gekommen. Eingeladen hatten das Arbeitslosenzentrum, die Kath. Arbeitnehmerbewegung und der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt. In Ansprachen und Impulsreferaten wurde deutlich, dass trotz noch guter Konjunktur die Lage für die Langzeitarbeitslosen nach wie vor schlecht ist (sie stellen in NRW 71% der Arbeitslosen!).

„Deutschland geht es gut“ stimmt eben nicht für alle.

Zu dem haben sich nach der jüngsten Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung Armut wie Reichtum verfestigt: wer arm ist, bleibt es in der Regel auch. Und beides wirkt genertionsübergreifend, wird auf Kinder und Kindeskinder vererbt.

Weil die Aushöhlung der gesellschaftlichen Mitte und die wachsende Polarisierung von arm und reich die Demokratie gefährdet, sind neue Initiativen wichtig. In diesem Sinne möchte man in Krefeld die erweiterten Möglichkeiten des neuen Bundesgesetzes zur Teilhabeförderung von Langzeitarbeitslosen (mind. 6 Jahre arbeitslos) nutzen. Dies soll in enger Kooperation von Stadt, sozialen Trägern, Jobcentern und Unternehmen geschehen. Mögliche Blaupausen sind der „Essener Konsens“ und „Service Center – lokale Arbeit Dortmund“. In beiden Projekten steht bei allen Überlegungen und Initiativen immer der Langzeitarbeitslose bzw. seine Familie im Fokus. Es geht z.B. um langanhaltende Unterstützung durch ein die geförderte Arbeit begleitendes Coaching, aber auch um vor- und nachgelagertes Coaching. Es geht um Vermittlung sinnstiftender und gleichzeitig nicht überfordernder Arbeit. Es geht um Anreize für die Wirtschaft, indem man etwa kommunale Aufträge an die Einbeziehung von Langzeitarbeitslosen bindet (Dortmund). Firmen sind auch durchaus bereit, diese Menschen einzustellen für sog. einfache Tätigkeiten, die man aus Kostengründen Fachkräften mit aufgebürdet hatte.

Grundlegend wichtig ist es, das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht ständig zu individualisieren „ … die sollen sich mal mehr anstrengen …“, sondern die gesellschaftliche Aufgabe der Schaffung von Arbeitsplätzen, die nicht nur von gut Qualifizierten bewältigt werden können, wirklich ernst zu nehmen.

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